Wettbewerb – Stadt Landau Gewerbepark „Am Messegelände-Südost“

Hohe Flexibilität, stadträumliche Qualität statt karger Gewerbegebietslandschaften und grüne Vernetzung sind die Leitmotive der Entwicklung des Gewerbeparks „Am Messegelände-Südost“. Unter dem Aspekt eines wirtschaftlichen und gesamtheitlich vernetzenden Abschlusses des Gewerbeparks wird dieser mit einer reduzierten aber effizienten Verkehrserschließung in Form einer liegenden „8“ an die Anschlussknoten Carl-Bosch-Straße im Norden und Gustav-Hertz-Straße im Westen angebunden. Dieser integrative Ansatz soll zeitgleich auch als Anstoß für das angestrebte, Label der bestehenden Gewerbeflächen verstanden werden. Statt hierfür eine neue Namensfiktion zu schaffen, soll das Gesamte Gewerbegebiet unter der Marke „Gewerbepark am Messegelände“ weitergeführt werden, und regionale wie auch historische Identität fördern. Als interkommunales Gewerbegebiet mit hoher Standortqualität wird so einer Zersiedelung entgegengewirkt.

Städtebau & Landschaft

Städtebau

Das modular aufgebaute Grundstücksraster gliedert sich in drei mögliche Bauabschnittszonen. Jede Bauabschnittszone sieht hierfür Grundstücksgr..en für alle Nutzungsprofile vor, wodurch Bauabschnittsunabhängig bereits Grundstücksfl.chen für Büro- und Dienstleistungsnutzungen, klassische Gewerbeflächen und auch Flächen für die Ansiedlung von Logistikunternehmen verfügbar werden. Untereinander schaltbar bzw. teilbar können die Grundstücke flexibel auf entsprechende Nachfrage angepasst werden, wodurch der endgültige Nutzermix in Abhängigkeit von Nachfrage und Zielsetzung entstehen soll. Unter der vorgeschlagenen Nutzungszonierung als Masterplan soll so in enger Abstimmung mit der Stadt, Flexibilität aber auch stadtplanerische Qualität im Sinne der Nachfrage sichergestellt werden. In das wirtschaftliche Leitbild eingepasst, kann der Standort langfristige Entwicklungsperspektiven bieten. Die vorhandenen Hofstellen werden mit der neuen Erschließung vernetzt und tragen zur nachhaltigen und bunten Vielfalt des Gewerbegebiets bei.

Nutzungskonzept

Im ersten Bauabschnitt soll als Bindeglied zu den bestehenden Gewerbeflächen ein Technologie-Campus im Nord-Westlichen Bereich des Gebiets mit urbaner Höhenentwicklung entstehen. Als attraktiver Campus mit ebenem und einheitlich gestaltetem Straßenraum (shared-space) sollen hier etablierte Unternehmen und Start-Up-Unternehmen aus dem Bereich der Technologie, zusammen mit klassischen Dienstleistungsnutzungen angesiedelt werden. Auf Kommunikation ausgerichtete Außenräume, Gebäudeformen und ein zentraler Quartiersplatz lassen einen Ort der Forschung, Entwicklung und des Wissensaustausches entstehen. Direkt am Quartiersplatz gelegen entsteht ein 10-geschossiger Inovationsturm mit der Option eines Skyrestaurants im obersten Geschoss und einem atemberaubenden Blick auf den Pfälzer Wald / Haardtrand. Eine Entwicklung des Technologie-Campus durch Leitinvestoren, als Anstoß für das Gewerbegebiet ist vorstellbar. Richtung Süden gestaffelt entwickeln sich zunächst als Pufferzone flexible Gewerbegrundstücke gemischter Größen bis hin zu Logistikflächen am südlichen Rand entlang der ehemaligen Bahnlinie.

Verkehr, ÖPNV & Parken

Das oberste Ziel ist die Ausbildung stadträumlich hochwertiger und differenzierter Straßenräume. Neben dem Campus als Shared-Space-Zone bilden die Ost-West Achse sowie die nördliche Einfallstraße bis zum Kreisverkehr die grüne Identität der Quartiers-Straßenräume, durch Alleenähnliche straßenbegleitende Pflanzungen. Die südliche Ringerschließung der Gewerbe- und Logistikflächen steht dagegen unter dem Aspekt der Funktionalität und findet neben reduzierten Grünfl.chen und Baumpflanzungen auch ausreichend Raum an notwendiger Parkierungsmöglichkeiten für PKW aber auch LKW im Straßenraum. Die übergeordnete Parkierung wird durch einen zentral gelegenen Quartiersparkplatz sichergestellt. Als zentraler Kontenpunkt für Mobilitätskonzepte (Car-Sharing, E-Mobility) und direkt an neu geschaffene Bushaltestellen für den ÖPNV angegliedert dient dieser als integrativer Erschließungspol des zukunftsorientierten Gewerbegebiets. Darüber hinaus besteht die bedarfsabhängige Möglichkeit der Erweiterung zu einem Quartiersparkhaus welches beispielsweise durch ein public-private-partnership Modell realisiert werden kann. Die Nord-Süd-Achse der Kraftgasse wird in Ihrer untergeordneten Form erhalten um auch weiterhin die qualitative Vernetzung zwischen der Stadt Landau, Gewerbegebiet und grünem Naherholungsraum für Spaziergänger, Fahrradfahrer oder auch Jogger zu ermöglichen.

Landschaft & Grünzug Birnbach

Das Leben und Arbeiten im Technologie-Campus wird vom Thema Grün des Birnbachs dominiert. Dieser soll analog der bestehenden und geplanten Renaturisierung weiter in eine natürliche Form zurückgeführt werden und als grüne Ader den gesamten Gewerbepark „Am Messegelände“ durchlaufen. Entlang der Bahnlinie und zur Autobahn wird eine grüne Pufferzone als ökologische Lunge angedacht.

Nachhaltigkeit & Energie

Neben der Dachflächenbegrünung und Nutzung mit der Dachflächenutzung mit Solarenergie im Quartier soll auch ein Gebietsbezogenes Wasser- und Abfallmanagementsystem zur nachhaltigen Entwicklung der Gewerbestandorte beitragen. So soll unter anderem das Regenwasser der befestigten Oberflächen, wo möglich in die Vegetationsflächen entlang der Autobahn bzw. Bahnlinie eingeleitet und dort versickert werden. überschüssiges Wasser wird dem Birnbach zugeführt und in das Ökosystem zurückgeleitet. Übergeordnet wird die gemeinsame Nutzung aller Energie- und Wertstoffströme, sowie deren Vernetzung im Quartier angestrebt. Durch das Zusammenwirken von Bedarfskurven und abgestimmten Systemen auf die jeweilig in der Nutzung notwendigen und vorhandenen Temperaturniveaus, sowie die Rücknutzung freigegebener Energie entsteht darüber hinaus ein nachhaltiges energieeffizientes Gewerbegebiet mit haltbarer und langlebiger Qualität für die Stadt Landau.